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Julia Schwietering, Redaktion Wirtschaft aktuell

Übergabereif und übergabewürdig - das sind die Unterschiede

Häufig ist in Berichten oder Studien zum Thema Unternehmensnachfolge von übergabereifen oder übergabewürdigen Unternehmen die Rede. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied? Wir erklären es:

Was bedeutet übergabereif?

Als übergabereif gelten alle Unternehmen, in denen der Unternehmensinhaber in den nächsten Jahren aus der Unternehmensführung austreten möchte. Das kann wegen seines hohen Alters sein oder weil er zum Beispiel durch einen Unfall überraschend ausfällt. Der häufigste Anlass, einen Betrieb zu übergeben, ist das Alter (86 Prozent aller Fälle). Das haben Untersuchungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn ergeben. In etwa zehn Prozent der Fälle erzwingt der überraschende Tod eines Verantwortlichen die Nachfolge. In vier Prozent der Fälle muss die Nachfolge wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit geklärt werden. Vielen Unternehmerinnen und Unternehmern ist allerdngs oft gar nicht bewusst, dass ihr Betrieb schon übergabereif ist.

Was bedeutet übergabewürdig?

Als übergabewürdig gelten alle Unternehmen, die einen höheren Gewinn erzielen als ein abhängig Beschäftigter durch Arbeit und Kapitalerträge erzielen kann. Übergabewürdig ist ein Familienunternehmen nur, wenn es dem Nachfolger oder dem Kaufinteressenten bessere Ertragsaussichten bietet als das Einkommen aus einer unselbstständigen (Führungs-)Tätigkeit. Außerdem muss gewährleistet sein, dass das eingesetzte Kapital des Nachfolgers besser verzinst wird als am Kapitalmarkt. Auf den Punkt gebracht heißt das also: Ein Unternehmen ist übergabewürdig, wenn es wirtschaftlich attraktiv ist, das Unternehmen zu übernehmen oder zu kaufen. Diese wirtschaftliche Attraktivität ergibt sich zum Beispiel daraus, dass das Unternehmen ein Markt eingeführtes Produkt, einen festen Kundenstamm oder eine gute Lage besitzt. Daraus leiten sich die zukünftigen Erfolgsaussichten eines Unternehmens ab, von denen ein potenzieller Nachfolger seine Entscheidung für oder gegen die Übernahme abhängig machen wird.

Foto: Pixabay/TerpVesalainen

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